Bobath-Therapie für erwachsene Patienten

Das Ehepaar Bobath entwickelte das Bobath-Konzeptes seit den 40´er Jahren, basierend auf Informationen die Bertha Bobath (Physiotherapeutin) durch gezielte Beobachtungen von Patienten erlangte, während ihr Mann Karel (Neurologe) diese Beobachtungen wissenschaftlich belegte.

 

Dabei lebt das Konzept davon, dass es sich stetig weiterentwickelt und von neuen Forschungsergebnissen profitiert.

 

In den letzten Jahrzehnten konnte die Forschung belegen, dass bei Schädigung eines Bereiches im Gehirn andere Bereiche des Gehirns die Funktionen des geschädigten Bereiches neu erlernen und übernehmen können, da oft nicht die Kontrollzentren an sich zerstört sind, sondern oft die Verbindungswege unterbrochen oder beeinträchtigt sind.

 

Das Prinzip des Bobath-Konzeptes beruht auf dem fazilitieren (anbahnen/vorbereiten) von Bewegungselementen und versucht auf diese Weise gleichzeitig eine Abnahme der pathologischen (abnormen) Bewegungsmuster zu erreichen. Das Bobath-Konzept beinhaltet keine vorgeschriebenen und fest definierten Behandlungsmethoden und –Übungen, sondern berücksichtigt die individuellen Möglichkeiten des Patienten und bezieht diese unter Anwendung einiger Prinzipien in die Therapie mit ein. Das Ziel der Bobath-Therapie ist das (Wieder-) Erreichen größtmöglicher Selbständigkeit und sozialer Teilhabe.

 

Auf seinem Weg dorthin wird der Patient von seinem Therapeuten begleitet. Die therapeutische Vorgehensweise ergibt sich in der Zusammenarbeit mit dem Patienten, Familienangehörigen und anderen, den Patienten betreuenden Berufsgruppen. Darunter fasst man z.B. die Regulation oder das Nutzen von Spastiken, die Verbesserung der Tonusverhältnisse im Rumpf und in den Extremitäten, die Anbahnung von ausgeglichenen Bewegungen und die Vermeidung von kompensatorischen Bewegungen, die Förderung der Wahrnehmung, sowohl des eigenen Körpers, als auch der Umwelt, und ein ganz bedeutender Teil der Therapie bezieht sich auf die Selbstständigkeit in den Aktivitäten des alltäglichen Lebens.